Heute wird die Vorstellungsrunde fortgesetzt, die wir aus Anlass des 10. Geburtstags begonnen haben.

 

 

Stell dich bitte kurz vor.

 

 

Ich bin Sabine Lux-Röttgers, pensionierte Lehrerin, wohne seit 12 Jahren in Soest, vorher in Warstein auf dem Land, wo die Familie mit 3 Kindern gewachsen ist.

 

 

Seit wann bist du im Laden?

 

 

Ich bin seit Beginn unseres Ladens dabei. D.h. da vor über 10 Jahren Soest zwar das Siegel Fairtrade Town schon inne hatte, aber keinen fairen Laden, haben wir (d.h. 3 gleichgesinnte Frauen) den Vorstoß über die Initiativgruppe Fairtrade Town unternommen, einen Verein zu gründen, mit dem Ziel, einen fairen Laden aufzumachen. Unsere Idee fand sehr schnell viele MitstreiterInnen. Der Verein wurde 2014 (?) gegründet und ein Ladenlokal fanden wir im Frühjahr 2016.

 

 

Kanntest du den Fairen Handel schon vorher?

 

 

Ja natürlich. In den 80er Jahren begannen wir als Familie so gut es ging, fair und biologisch zu leben und einzukaufen.

 

 

Wir bist du auf den Weltladen aufmerksam geworden?

 

 

Diese Frage erübrigt sich für mich. Eher anders herum: obwohl ich in Warstein gearbeitet habe, war ich immer schon nach Soest orientiert (s.o.) und wollte mich dort engagieren.

 

 

Warum bist du dabei?

 

 

Ich bin dabei, weil ich es wichtig finde, mich in dem mir möglichen Rahmen für soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz und fairen Handel einzusetzen. Die Unterstützung des fairen Handels ist für mich ein wichtiger Schlüsselpunkt. Über den am Anfang öffentlich auftretenden Fairtrade Verein und jetzt den Fairtrade Laden erreichen wir viele Menschen, die sich interessieren und informieren können. Das ist eine interessante Tätigkeit und es macht immer wieder Spaß mit Kunden auf diese Weise in Kontakt zukommen.

 

Was würdest du einer Person sagen, die sich für die Arbeit im Weltladen interessiert?

 

Wir sind ein tolles Team von ehrenamtlich arbeitenden MitarbeiterInnen: Komm in unser Team! Es macht Spaß sich mit den Produkten, die wir anbieten, vertraut zu machen und im Gespräch KundInnen zu beraten. Es ergeben sich oft neue soziale Kontakte untereinander, für ich haben sich auch neue Freundschaften entwickelt.

 

Fair fruchtet

Das ist das diesjährige Thema des Weltladentages am 9. Mai 2026, ein Aktionstag des Weltladendachverbandes e.V.

Zu diesem Anlass wird Gilles Reckinger – Autor des Buches »Bittere Orangen« – am 6. Mai um 19 Uhr im Petrushaus einen Vortrag halten.
Er hat afrikanische Erntehelfer in Kalabrien über längere Zeit begleitet und so die ausbeuterischen Arbeitsverhältnisse und unmenschlichen Lebensbedingungen mit allen Folgen gesehen. 

Fair schmeckt besser

Die Missstände in der Obst- und Gemüseernte in Italien sind gewaltig, aber nicht unabwendbar. Das zeigt der Verein SOS Rosarno in dem sich Orangenplantagenbesitzer, Arbeiter und Aktivisten zusammengeschlossen haben und ausschließlich Bioorangen zu fairen Bedingungen für alle Beteiligten vertreibt. Beliefert werden nur Bioläden und Gruppen des solidarischen Konsums – so wie der Soester Weltladen. Dreimal wird zwischen November und März geerntet und geliefert – direkt, ohne jeden Zwischenhandel. Und frischer als in jedem Supermarkt.

Orangenernte in Italien, Mangos auf den Philippinen

Die Probleme, die der Handel mit Früchten mit sich bringt, sind nur strukturell zu lösen. Wie es gehen kann, zeigen viele Vereine und Organisationen, wie »Süß statt Bitter«, die nach Fairhandels-Prinzipien arbeiten. SOS Rosarno in Italien, Preda auf den Philippinen, beispielsweise, zeigen, wie strukturelle Armut bekämpft werden kann.

Je mehr Menschen bewusst einkaufen, desto größer ist auch die Wirkung all der Initiativen und Kooperativen rund um den Fairen Handel – und vielleicht auch der politische Druck für notwendige Veränderungen hin zu Fairness, Klimaschutz, Gerechtigkeit und Gesundheit.

Dritte erfolgreiche Orangensaison

4,7 Tonnen – 4700 Kilogramm – so viele Orangen wurden in der zurückliegenden Saison in 10-Kilokisten nach Soest geliefert.
Wer im nächsten Herbst auch in den Genuss süßer Orangen ohne bitteren Beigschmack kommen möchte, schreibt eine Mail an

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Fairness for Farmers – From Fields to Future

Das ist das Jahresthema von Fairtrade Deutschland.

Zur Marktmacht des Lebensmitteleinzelhandels findet sich weiter unten der Eintrag vom 4. Februar. Mit dem Jahresthema Fairness for Farmers – From Fields to Future stellt Fairtrade Deutschland die Menschen in den Mittelpunkt, die die Lebensmittel produzieren. In der Storybox steckt eine Weltreise zu den Menschen, die ihre Geschichten erzählen.

Eine Frage des Preises

Deutschland galt lange als das Land mit niedrigen Lebensmittelpreisen im Vergleich zu anderen europäischen Ländern. Durch die Inflation ist das jetzt anders. Doch der Preis an der Supermarktkasse sagt nichts über die Gewinnverteilung entlang der Lieferkette aus. 
Die »Big Four« Edeka, Rewe, Lidl und Aldi diktieren Preise und Bedingungen für Lieferant*innen und Produzent*innen. Ihre Marktmacht steigt noch, da sie sich nicht nur im Handel, sondern auch in der Produktion für ihre Eigenmarken breitmachen. So können sie noch mehr Druck auf externe Produzenten und Lieferanten ausüben, alles mit dem Ziel, die eigenen Margen zu steigern. Dabei spielen sie Konsument*innen und Produzent*innen gegeneinander aus. Den einen verlangen sie Verantwortung für die Konsument*innen ab, den anderen erzählen sie von inflationsbedingt gestiegenen Einkaufspreisen, was allerdings nicht auf alle Produkte zutrifft. Dazwischen bauen die Konzerne ihre Margen aus und wälzen Kosten und Risiken ab.

Deshalb Fairtrade

Mit den Fairtrade-Standards existieren Instrumente nicht nur für eine gerechte Verteilung der Gewinne, die überhaupt nur durch die Produzent*innen möglich sind, sondern auch solche, zur Anpassung an sich verändernde Bedingungen:

Mindestpreis & Prämie – als Sicherheitsnetz und Investition in die Zukunft
Fairtrade-Standards – für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen
Frauenförderung – für mehr Gleichberechtigung und Teilhabe
Existenzsicherndes Einkommen – als Grundlage für ein würdevolles Leben
Umwelt & Klima – für resiliente Landwirtschaft und langfristige Perspektiven
Globale Bewegung – für gemeinsame Verantwortung über Grenzen hinweg 
(Fairtrade Deutschland)

Damit wir auch morgen noch Kaffee trinken und Schokolade essen können.

 

https://www.forum-fairer-handel.de/fileadmin/user_upload/Dateien/Publikationen_FFH/2025_ffh_die-macht-der-big-four.pdf

https://www.fairtrade.net/de-de/meta/Newsroom/News/fairness-for-farmers.html

 Wir freuen uns

 

Der Weltladen hat Geburtstag. Fast. Was im Juni 2016 in der Jakobistraße begann, setzt sich seit 2019 im Grandweg fort. Wir verkaufen Waren unserer Großhändler, die auf langfristige Partnerschaften setzen, statt auf maximale Gewinne. Das geht nicht ohne Fairness. Unser ehrenamtliches Engagement wirkt in mehrere Bereiche: Wir zeigen - wie alle Weltläden - dass ein fairer Handel möglich ist. Und mit den Gewinnen unterstützen wir Projekte, die sich für die Menschen engagieren, die die geringsten Chancen haben.

 

 An dieser Stelle stellen sich nun in Vorfreude und loser Folge Mitarbeitende vor:

 

Stell dich bitte kurz vor.

 

Mein Name ist Annette und ich bin 69 Jahre alt. Nach meinem Eintritt in die Rente habe ich eine ehrenamtliche Tätigkeit gesucht, die mir Spaß macht und bei der ich zeitlich flexibel sein kann.

 

 

Seit wann bist du im Laden?

 

Seit Ende 2021.

 

 

Kanntest du den Fairen Handel schon vorher?

 

Ja, der faire Handel war mir bekannt und ich habe auch früher gerne in Weltläden und im Einzelhandel fair gehandelte Produkte eingekauft.

 

 

Wie bist du auf den Weltladen aufmerksam geworden?

 

Durch Freundinnen, die bereits im So fair Weltladen in Soest aktiv waren.

 

 

Warum bist du dabei?

 

Wir leben hier unter komfortablen Bedingungen. Daher unterstütze ich gerne mit meinem ehrenamtlichen Engagement die Lebens- und Arbeitsbedingungen verschiedener Initiativen und kleinerer Produzenten.

 

 

Was würdest du einer Person sagen, die sich für die Arbeit im Weltladen interessiert?

 

Wir sind ein nettes und offenes Team. Das vielseitige und umfangreiche Sortiment ist sehr attraktiv und die Kundinnen und Kunden sind häufig sehr interessiert, offen und sympathisch.

Und jede und jeder im Team kann sich nach seinen zeitlichen Möglichkeiten engagieren.

Mal wieder Rosen verschenken?

Ostern ist nicht mehr weit, damit das Ende der Fastenzeit. Zum Glück gibt es Faire Schokolade für den Genuss. Doch was ist mit Blumen?

In Ecuador werden in über 3000 Meter Höhe Rosen in Gewächshäusern für den Export nach Europa, Russland und die USA angebaut. Staatlich gefördert, profitieren vor allem die großen Plantagen im Tal, gegenüber den Kleinbäuer*innen an den Hängen. Viele von ihnen sehen sich allerdings gezwungen, in Glashäuser für den Rosenanbau zu investieren, weil die Erlöse aus der Landwirtschaft nicht zum Leben reichen.

Zwei Milliarden ecuadorianische Rosenstiele wurden im letzten Jahr verkauft, die mehr Rendite abwerfen als Bananen oder Kaffee. Mehr waren es nur aus den Niederlanden und Kolumbien.

Höhenlage, vulkanische Böden, intensive Sonneneinstrahlung bieten beste Voraussetzungen, neben niedrigen Löhnen und kaum Kontrollen der Einhaltung von Arbeitsrecht und Umweltgesetzen.

Pestizide für makellose Blüten

Besonders toxische Pflanzenschutzmittel, die in Europa nicht mehr ausgebracht werden dürfen, werden munter weiter exportiert – eben auch für die Rosenplantagen in Ecuador. Schließlich sollen die langstieligen Rosen gleichmäßig und makellos sein.
Die Folgen für die Menschen sind gewaltig, nicht nur Beschäftigte auf den Plantagen sind stark belastet, auch die Menschen in der Umgebung. So sind Kinder zu den Haupterntezeiten vor Valentinstag und Muttertag, neurokognitiv so stark belastet, dass sie nicht gut lernen können. Davor und danach ist es besser. Jugendliche tragen ein hohes Depressionsrisiko.

Pestizide: nach Ecuador und zurück

Und so wird die Pestizidbelastung importiert. Global 2000, eine österreichische Umweltschutzorganisation, kann bis zu 80 verschiedene Pestizide auf Rosensträußen nachweisen, im Schnitt sind es 14. In dreivierteln der Proben finden sich Pestizide, die in Europa wegen ihrer toxischen Wirkung verboten sind.

Nur knapp 0,1 Prozent der ecuadorianischen Rosen tragen das Fairtrade-Siegel, doch selbst auf vielen dieser Rosen konnte Öko-Test Rückstände finden.

Das Wasser ist knapp

Neben all dem stehen dem wirtschaftlichen Erfolg des Rosenanbaus in Ecuador die Konflikte um Boden und Wasser gegenüber – den die großen Plantagen meist gewinnen. Dadurch ist die Lebensgrundlage der indigenen Menschen bedroht.

Exportstopp von in der EU verbotenen Pestiziden

Das fordert INKOTA. Wer sich anschließen will, kann sich im Weltladen in die ausliegenden Listen eintragen, oder hier unterschreiben.

Eine Alternative

Slowflower ist eine Bewegung in der sich alle, vom Anbau bis zum Design, versammeln, mit der gemeinsamen Leidenschaft, lokaler, pestizidfreier Schnittblumen – wie sie auf ihrer Hompage schreiben.