Wie schon vor der Sommerpause, stellen sich weiter engagierte Menschen aus dem Weltladen vor. Heute hat Christina das Wort:

Stell dich bitte kurz vor.

Hallo, ich bin Christina. 

Seit wann bist du im Laden?

Nach einem langen Berufsleben bin ich seit 2021 im Ruhestand. Bereits zuvor hatte ich mir  vorgenommen, dann ehrenamtlich in einem Weltladen mitzuarbeiten. Nun bin ich nach einer Verschnaufpause seit 2022 dabei.

Kanntest du den Fairen Handel schon vorher?

Den fairen Handel kenne ich schon seit einigen Jahrzehnten aus verschiedenen Städten. 
Mich hat dabei vor allem beeindruckt, dass daran gearbeitet wird durch faire Entlohnung der Kleinbauern für ihre Lebensmittelproduktion und weiteren Waren deren Lebenssituation zu verbessern.

Wie bist du auf den Laden aufmerksam geworden?

Nachdem ich Weltläden zunächst nur aus anderen Städten kannte, freute ich mich darüber, inzwischen seit 10 Jahren auch einen in Soest zu haben. 

Warum bist du dabei?

Es macht mir Spaß, gemeinsam mit weiteren ehrenamtlichen Mitarbeitern*innen hier zu arbeiten, so kann ich gemeinsam mit dem Team ein klein wenig für eine gerechtere Welt beitragen.

Was würdest du einer Person sagen, die sich für die Arbeit im Weltladen interessiert?

Ich finde, wir sind ein tolles, gut funktionierendes Team.
Um uns über wichtige Dinge und Infos auszutauschen treffen wir uns einmal monatlich gemeinsam zu einer Besprechung. Außerhalb dieses Termins gibt es aber auch immer Ansprechpartner, sofern Klärungsbedarf für etwas besteht.
Wenn Du magst/ Sie mögen, komm(en) sie doch auch in unser Team.

Fair Handeln – Vielfalt erleben!

Das ist zum zweiten Mal das Motto der Fairen Woche – vom 11. – 25. September. In diesem Jahr steht die Perspektive junger Menschen im Fokus.

Am Beispiel von Honduras (Blog-Eintrag vom 5. Februar 2025) wird deutlich, wie wichtig das Engagement ist, jungen Menschen Lebensperspektiven zu bieten. Viele wandern ab, weil die Chancen fehlen, wirklich Einfluss auf das eigene Leben zu nehmen. Wie viele von ihnen können ihr Glück finden, in einer derzeit migrationsfeindlichen Welt? Und zu Hause fehlen sie überall. Die Kaffeebohnenernte – die größte Einnahmequelle im Land – geht aus zwei Gründen zurück: wegen der Klimakrise und weil helfende Hände fehlen. Armut und Überalterung – der Kaffeesträucher und der Menschen – werden zunehmend zum Problem.

Nötig ist also ein Weg aus dem Dilemma. Der zeigt sich an Kooperativen, die gerade junge Menschen fördern und unterstützen. Dazu gibt es Schulungen, Beratungen im agroforstwirtschaftlichen Anbau, Hilfe, um überhaupt Land zu erhalten, und das erste Bienenvolk für die Imkerei oder Setzlinge für die Plantagen.

Und hier kommt der Faire Handel ins Spiel, der ohne Zwischenhandel Preise vereinbart, die Spielraum für Investitionen lassen. Das gemeinsame Ziel ist ein Handel, der auch in Zukunft bestehen kann.

Vielfalt ist vielfältig

Es geht also um die biologische Vielfalt, die Vielfalt der Menschen, ihrer Geschichten, Kulturen und Herausforderungen. Und es geht um die Vielfalt des Engagements, von Produzent*innen, Händler*innen und Konsument*innen.

Das Motto der 25. Fairen Woche geht ins zweite Jahr. In diesem Jahr steht die Perspektive junger Menschen im Zentrum, ob in einer Fair Trade Organisation, einem Fair Handels Unternehmen oder als Produzent*innen.
In Honduras beispielsweise erzählen junge Menschen, die von den Programmen profitieren, über Alternativen zum Auswandern.

Vielfalt für eine stabile und sichere Lebensgrundlage – egal, wo auf dieser Welt

Die gute Nachricht ist: Wir können diese Welt gestalten, durch unsere Lebensweise, und durch unser Konsumverhalten. Wir können es auch weiter erzählen und wir können uns dafür engagieren, dass Regeln für einen fairen Handel für alle geschaffen werden, in dem nicht ausgebeutet und zerstört wird. In dem sich nicht einzelne Akteure auf Kosten der meisten Menschen bereichern können. Durch den die Lebensbedingungen der Ärmsten so verbessert werden, dass jeder Mensch in Würde leben kann.

Jugendprogramme der Fairhandelsorganisationen: Advocacy und Fair Activists

Übrigens bieten das Forum Fairer Handel und Fairtrade Deutschland Jugendprogramme für das Engagement im Fairen Handel an. Da gibt es viele Ideen für ein Engagement, die über den Verkauf im Weltladen hinausgehen.

Mit Ulla und Gerd geht der Blog in die Sommerpause. Im September geht es weiter. Bis dahin wünschen wir allen eine gute Zeit.

 

Stellt euch bitte kurz vor .

Gerd und Ulla Busemeyer

Seit wann seid im Laden?

Wir sind von Anfang an dabei

Kannte ihr den Fairen Handel schon vorher?

Ja, die Weltläden in anderen Städten sind uns bekannt gewesen, besonders in Holland haben wir viele gesehen.

Wie seid ihr auf den Weltladen aufmerksam geworden?

Sabine Roettgers berichtete von dem Weltladen in Goch, wo eine Freundin von ihr aktiv ist, das machte uns neugierig. Mit einigen Interessierten gründeten wir einen Verein und stellten uns mit verschiedenen Waren auf Märkten vor.

Warum seid ihr dabei?

Die Idee, faire Bedingungen in benachteiligten Ländern zu verbessern und auf Missstände aufmerksam zu machen. Das finden wir wichtig!

Was würdet ihr einer Person sagen, die sich für die Arbeit im Weltladen interessiert?

Komm zu uns, wir sind ein nettes Team in einem schönen Laden und engagieren uns für den fairen Handel mit Produkten aus aller Welt.

Kaffee-Realität

Dem Kaffee geht es an den Kragen. Es wird immer heißer, zu heiß für die Kaffeesträucher. Durch Erosion verliert der Boden seine Fruchtbarkeit. Monokulturen und Pestizide gefährden die Artenvielfalt. Dünger belastet das eh schon viel zu knappe Wasser und schädigt das Bodenleben. Ernteerträge und Qualität der Bohnen sinken. Wälder werden gerodet. Die Handelserlöse decken kaum den Anbau.
Vor allem in Afrika bewirtschaften Kleinbäuer*innen nicht mehr als einen halben Hektar Land. Der Kaffeeanbau ernährt die Familien nicht, alte Sträucher können nicht ersetzt werden, Investitionen in die Plantagen sind nicht möglich. Menschen wandern ab, in der Hoffnung, irgendwo würdig leben zu können.

Muss das sein?
Stellen wir uns vor:

Schattenbäume schaffen ein gutes Klima für die Kaffeesträucher und schützen den Boden vor Erosion. Dazu liefern sie Früchte und Holz. Wälder müssen nicht mehr gerodet werden. Dazu wird Gemüse zur Eigenversorgung angebaut. Ohne Pestizide und synthetischen Dünger wird Bodenleben und Wasser geschützt, ebenso, wie die Menschen, die sie nicht mehr ausbringen müssen. Die Erträge der Kaffeebohnen sind sicherer und die Qualität steigt. Sie bringen das Geld, das eigene Gemüse sichert die Ernährung.

Das Zauberwort ist Agroforst – zu schön – und es ist wahr

Die Weltpartner-Schafft-Zukunft e.G. und Cococa – der burundische Kaffee-Kooperativen-Verband – engagieren sich gemeinsam für Agroforst in Burundi. Zusammen mit der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg und der Universität Bujumbura – der Hauptstadt Burundis – wird das System weiterentwickelt. Unterstützt wird das Projekt finanziell vom Land Baden-Württemberg und fachlich von Naturland.
Zurzeit profitieren mehr als 13.000 Familien in 20 Kooperativen von dem Projekt, für das jährlich bis zu 200.000 Setzlinge zur Aufforstung gepflanzt werden – über 1 Millionen seit 2019. Das schreibt die Genossenschaft auf ihrer Seite.

Und dann wird der Kaffee noch nach Fairtrade-Kriterien gehandelt – und wir können ihn im Weltladen kaufen.

Stell dich bitte kurz vor.

Ich heiße Anne Woitkowski, bin 75 Jahre alt, habe eine große Familie und wohne in Soest.

Seit wann bist du im Laden?

Seit Gründung des Vereins 2016 bin ich dabei.

Kanntest du den Fairen Handel schon vorher?

Ich hatte kaum Berührungspunkte mit dem fairen Handel. Das Interesse kam viel später. Der Laden in Soest (Anm.:1980er?) hat mich zu seiner Zeit wenig angesprochen, ich war mal dort, aber in meiner Erinnerung war er einfach „zu dunkel“.

Wie bist du auf den Weltladen aufmerksam geworden?

Freunde machten mich darauf aufmerksam.

Warum bist du dabei?

Für mich war das zunächst eine gute Idee für eine sinnvolle Beschäftigung in der bevorstehenden Rentenzeit. Nach und nach wuchs ich in die Arbeit hinein, lernte durch die Ware Organisationen und deren Hintergründe kennen.
In den ersten Jahren habe ich mich mit einer Freundin, die auch aktiv war, um anfallende Arbeiten in der Präsentation gekümmert und bald nach dem Umzug in den Grandweg haben wir diese Aufgabe in andere Hände übergeben.

Was würdest du einer Person sagen, die sich für die Arbeit im Weltladen interessiert?

Ich schätze die Arbeit im Weltladen sehr und vermittele interessierten Kunden immer wieder gerne mein Wissen - soweit vorhanden - über die Produkte.
Ab und zu gibt es Interessenten an der Arbeit, denen ich gerne sowohl darüber erzähle als auch über die angenehmen Arbeitszeiten und das tolle Team!