In Good Company
Wir wollen im Weltladen ja nicht nur Produkte verkaufen, um den Erlös an Projekte zu spenden, in denen benachteiligte Menschen unterstützt und gefördert werden. Das ist zwar ein wichtiger Aspekt in einem Wirtschaftssystem, das Menschen, Natur und Klima ausbeutet, Lebensgrundlagen ruiniert, damit die soziale Ungleichheit verschärft und Perspektiven zerstört. Auf dieser Einbahnstraße, auf der Rohstoffe abgebaut, Produkte daraus hergestellt und eine Weile genutzt werden, um sie früher oder später wegzuwerfen, sammeln die reichsten 10 Prozent 85 Prozent des globalen Vermögens.
Spenden reicht nicht
Es geht um eine grundlegende Transformation der gesamten Wirtschaft. Darum hat das Forum Fairer Handel das Projekt In Good Company gestartet, in dem Akteure sichtbar werden, die ihre Geschäftsmodelle an die Kreisläufe auf dem Planeten orientieren, die Wertschöpfung gerecht verteilen und den Dialog über die Wirtschaft von morgen führen wollen.
In In Good Company versammeln sich nicht nur bekannte Fairhandelsunternehmen, wie Gepa, El Puente und Weltpartner, sondern auch Unternehmen, die sich außerhalb der Bubble dem Leitbild von In Good Company verschreiben, nämlich einer sozial-ökologischen Transformation, getragen von der Vision eines gerechten Welthandels und eines zukunftsfähigen Wirtschaftssystems, mit den Prinzipien des Fairen Handels als Standard.
Im ersten Report werden acht Unternehmen betrachtet.
Dazu zählt unter anderem Conflictfood. Das Unternehmen startete mit dem Handel von afghanischem Safran eines Frauenkollektivs, das statt Schlafmohn, Safran anbaut. Was klein begann, beteiligt heute 4000 Menschen, davon 2000 Frauen an der Wertschöpfung. Inzwischen gibt es Handelspartner auch in anderen Ländern, wie Ukraine, Myanmar, Palästina, Kambodscha und Mosambik.
Spenden sind Mittel, um Not- und Krisensituationen zu lindern. Handel ist das Werkzeug, sie dauerhaft zu bewältigen.