Heute gibt es ein bisschen aus der Geschichte der Weltladenbewegung zu lesen.

Ein Weltladen gehört längst zu fast jedem Stadtbild. Doch wie hat alles angefangen?

Nach Deutschland schwappt die Fair Trade Bewegung aus den Niederlanden und Großbritannien herüber, wo sie sich schon in den 1960er Jahren sammelte, um Kritik an der staatlichen Entwicklungspolitik zu üben und konkrete Projekte zu unterstützten. 1970 wird die Aktion Dritte Welthandel – A3WH – gegründet. Nur wenige Jahre später öffnete der erste Weltladen Deutschlands in Stuttgart seine Tür mit geregelten Öffnungszeiten. Mitte der 1970er Jahre nimmt die Bewegung fahrt auf, mit der Gründung des Weltladendachverbandes, mit 10 Weltläden bundesweit. An die hellbraunen, groben Tragetaschen mit der Aufschrift – «Jute statt Plastik» – können sich sicher noch viele erinnern. Diese Aktion startet 1978. Es geht Schlag auf Schlag weiter. Die ersten Bioläden betreten auch als Partner die Bühne. Jetzt ist es möglich, politische Kaufentscheidungen zu treffen. Der erste Nicaragua-Kaffee wird direkt importiert, um den Bauern ein besseres Einkommen zu sichern und auf die politische Situation im Land aufmerksam zu machen. Bis 1990 gründen sich verschiedene Fair Handels Akteure, die sich in der WFTO – World Fair Trade Organisation – bündeln. Jetzt richtet sich die Arbeit auf das Motto aus – «Global denken, lokal handeln». Fair Trade Produkte ziehen in die Supermärkte ein. Das Fair Trade Siegel wird geboren, die «Konvention der Weltläden» veröffentlicht. Und wieder beginnt ein neues Jahrzehnt mit der nächsten Entwicklungsstufe, in der die Vernetzung und Kooperation im Mittelpunkt der Arbeit bis heute steht. Dazu wird 2001 zum ersten Mal die «Faire Woche» veranstaltet, ein Jahr später das Forum fairer Handel gegründet und 2004 nimmt das Fair Trade Advocacy Office in Brüssel seine politische Lobbyarbeit für den fairen Handel auf, formal gegründet wird es 2010.
Der Basiskurs Fairer Handel des Weltladendachverbandes führt durch die Welt des Fairen Handels.
In der Bewegung sind die beiden Bereiche seit Beginn fest verankert: der Faire Handel selbst und die politische Lobbyarbeit, die durch Informations- und Bildungsarbeit ergänzt wird. Der Blick in die Geschichte und in die vielen Porträts zeigen doch, wie wichtig erste Schritte für die Suche nach den richtigen Wegen sind, Veränderungen anzuschieben.