Mal wieder Rosen verschenken?
Ostern ist nicht mehr weit, damit das Ende der Fastenzeit. Zum Glück gibt es Faire Schokolade für den Genuss. Doch was ist mit Blumen?
In Ecuador werden in über 3000 Meter Höhe Rosen in Gewächshäusern für den Export nach Europa, Russland und die USA angebaut. Staatlich gefördert, profitieren vor allem die großen Plantagen im Tal, gegenüber den Kleinbäuer*innen an den Hängen. Viele von ihnen sehen sich allerdings gezwungen, in Glashäuser für den Rosenanbau zu investieren, weil die Erlöse aus der Landwirtschaft nicht zum Leben reichen.
Zwei Milliarden ecuadorianische Rosenstiele wurden im letzten Jahr verkauft, die mehr Rendite abwerfen als Bananen oder Kaffee. Mehr waren es nur aus den Niederlanden und Kolumbien.
Höhenlage, vulkanische Böden, intensive Sonneneinstrahlung bieten beste Voraussetzungen, neben niedrigen Löhnen und kaum Kontrollen der Einhaltung von Arbeitsrecht und Umweltgesetzen.
Pestizide für makellose Blüten
Besonders toxische Pflanzenschutzmittel, die in Europa nicht mehr ausgebracht werden dürfen, werden munter weiter exportiert – eben auch für die Rosenplantagen in Ecuador. Schließlich sollen die langstieligen Rosen gleichmäßig und makellos sein.
Die Folgen für die Menschen sind gewaltig, nicht nur Beschäftigte auf den Plantagen sind stark belastet, auch die Menschen in der Umgebung. So sind Kinder zu den Haupterntezeiten vor Valentinstag und Muttertag, neurokognitiv so stark belastet, dass sie nicht gut lernen können. Davor und danach ist es besser. Jugendliche tragen ein hohes Depressionsrisiko.
Pestizide: nach Ecuador und zurück
Und so wird die Pestizidbelastung importiert. Global 2000, eine österreichische Umweltschutzorganisation, kann bis zu 80 verschiedene Pestizide auf Rosensträußen nachweisen, im Schnitt sind es 14. In dreivierteln der Proben finden sich Pestizide, die in Europa wegen ihrer toxischen Wirkung verboten sind.
Nur knapp 0,1 Prozent der ecuadorianischen Rosen tragen das Fairtrade-Siegel, doch selbst auf vielen dieser Rosen konnte Öko-Test Rückstände finden.
Das Wasser ist knapp
Neben all dem stehen dem wirtschaftlichen Erfolg des Rosenanbaus in Ecuador die Konflikte um Boden und Wasser gegenüber – den die großen Plantagen meist gewinnen. Dadurch ist die Lebensgrundlage der indigenen Menschen bedroht.
Exportstopp von in der EU verbotenen Pestiziden
Das fordert INKOTA. Wer sich anschließen will, kann sich im Weltladen in die ausliegenden Listen eintragen, oder hier unterschreiben.
Eine Alternative
Slowflower ist eine Bewegung in der sich alle, vom Anbau bis zum Design, versammeln, mit der gemeinsamen Leidenschaft, lokaler, pestizidfreier Schnittblumen – wie sie auf ihrer Hompage schreiben.
